Feedback BZ vom 06.05.2013

Gelungener Auftakt von „Kultur im Weinstetter Hof“. 

Wolfgang Miessmer, Alfred Heizmann, Enrico Novi, Claudia Pohel und Dieter Huthmann präsentierten zum Start der „Kultur im Weinstetter Hof“ einen heiteren Mundartabend – Motto: „gschwätzt un gsunge“. Foto: grziwa

ESCHBACH (ig). Ein heiterer Mundartabend unter dem Motto: „gschwätzt un gsunge“ bildete den Auftakt zu den Freilichtveranstaltungen im Weinstetter Hof. Und um es vorweg zu nehmen: Es war eine gelungene Mundartgala mit einem permanenten Angriff auf die Lachmuskeln des Publikums und mit großartiger Stimmung. Einziger Wermutstropfen: Auf Grund der nasskalten Witterung kamen die Gäste am Abend nicht so zahlreich, wie es der Veranstalter erwartet hatte.

„Es gibt schlimmere Schicksale als heute Abend hier zu sein“, brachte es SWR 4-Moderator Klaus Gühlker, der souverän durchs Programm führte, mit einem Augenzwinkern auf den Punkt und begrüßte fast alle Gäste persönlich per Handschlag oder Handkuss. „Qualität vor Quantität“, lautete also die Devise. Garanten für das Gelingen des kurzweiligen Abends waren die hochkarätigen Mundartkünstler Wolfgang Miessmer, Alfred Heizmann, Claudia Pohel und Dieter Huthmann sowie Enrico Novi, der das Programm musikalisch umrahmte. Organisiert wurden die Freilichtveranstaltungen von März bis September im Weinstetter Hof , von Wolfgang Friedrich.

Musikalisch eingestimmt wurde das Publikum vorab von Enrico Novi mit bekannten internationalen Rock-Pop-Klassikern. Der Freiburger Enrico Novi ist eine One-Man Band, der nur mit Stimme und Gitarre den Sound einer ganzen Band erzeugt. Weil er im eigenen Studio Begleitung wie Schlagzeug, Bass oder Chorgesang selbst einspielt und abmischt. Danach hieß es Bühne frei für Wolfgang Miessmer, „the voice of little Soul-river“, wie ihn Klaus Gühlker ankündigte. Der gebürtige Endinger ist Gründungsmitglied der „Gälfiäßler“, die er nach 18 Jahren verließ, um als Solist weiter zu machen und er engagiert sich in Sachen Mundart in der Schule. Miessmer begeisterte als Mundartbarde an der Handorgel mit alemannischem Liedgut wie „D Zitt isch do“ oder „S alt Bänkli“ und „De Hans im Schnoogeloch“.

Tränen lachten die Gäste als Alfred Heizmann, der Dichter von der Reichenau und vielen von den Fernsehübetragungen der Konstanzer Fasnacht bekannt, sein „Frühlingsgedicht mit dem Nikolaus“ vortrug oder über Gartenmöbel philosophierte, die heute den „Charme einer Schlosserwerkstatt“ hätten. Kein Auge blieb trocken beim Erlebnisbericht über einen Klinikaufenthalt oder dem Schwarzwaldgedicht: „alles isch original, nur die die Schwarzwälder Kirschtorte isch originell un vum Beck vu Radolfzell“. Nach dieser „Boygroup als Vorgruppe“ verkörperte die Überlingerin Claudia Pohel 100 Prozent Frauenpower, die das Publikum sogar zum „joomere“ brachte. Claudia Pohel bezauberte mit eigenen humorvollen Texten über „Rosalie, die immer singen musste“, oder ihre Erlebnisse in der Heimat Wiesensteig mit „Fliegenden Wurzeln“.

Dieter Hutmacher, Kabarettist aus Pforzheim, rundete die Galavorstellung der Mundartkünstler ab. Er begeisterte mit Songs, die die Macken der Mitmenschen widerspiegeln. Hinreißend seine Geschichte über Schnecken, Laufenten und Hunden, oder die Verwendung einer Tageszeitung als Akzentgeber für einen Rap. Glanzvoller Schlusspunkt des Abends war das Duett mit Claudia Pohel.

Autor: gri